Ach wie schön ist der Winter

Von Jette Zollmann, 29. Januar 2010 16:50

Heute schneit es schon den ganzen Tag. Wir haben hier bei uns in Mülben schon ca. 30 cm Schnee. Den ganzen Tag sind wir damit beschäftigt den Schnee zu räumen. Unsere Pferde freuen sich über den Schnee. Für Pferde ist ein kalter Winter mit Schnee das Beste, da können sie jederzeit nach draußen auf die Weide. Pferde werden richtig aktiv bei Kälte und Schnee. Morgens  dürfen die Fohlen alleine in den Schnee, nach dem Melken kommen unsere Fohlen und Stuten zusammen auf die Weide. Aber abends wenn es Futterzeit ist sind auch alle wieder froh im warmen weichen Stroh im Stall zu liegen.

Was passiert mit unseren Fohlen?

Von Jette Zollmann, 27. Januar 2010 08:58

Um eine Stute zu melken ist im Gegensatz zu anderen melkbaren Haustieren wie Rind, Schaf und Ziege, der tägliche Kontakt der Stute mit dem Fohlen erforderlich. Ohne diese Verbindung zu ihrem Fohlen würden die Stuten innerhalb weniger Tage aufhören Milch zu geben. Die Fohlen kommen im Herdenverband bei uns auf die Welt. Unsere Stuten werden zum ersten mal gemolken, wenn das Fohlen 4-6 Wochen  alt ist.  Wir beginnen dann, die Stute und das Fohlen, morgens zu trennen. Die Fohlen gehen in eine Art “Fohlenkindergarten” und bekommen während dieser Zeit Gras, Heu, Hafer und Wasser. Nachmittags kommen Stuten und Fohlen wieder zusammen und verbringen den ganzen restlichen Tag miteinander.

Wenn das Fohlen 8-9 Monate alt ist hört die Stute auf Milch zu geben, da sie sich schon wieder auf die neue Abfohlung vorbereitet. Das Fohlen wird jetzt abgesetzt. Einige Stutfohlen behalten wir zur Nachzucht. Die restlichen Stut- und Hengstfohlen werden als Freizeitpferde an Privatkunden verkauft. Unsere Fohlen werden nicht als Schlachtpferde verkauft.

Wir sind ein Familienbetrieb

Von Jette Zollmann, 24. Januar 2010 11:26

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin fand am Freitag der “Tag des Ökologischen Landbaus” statt. Hier wurden 10 Jahre Förderpreis für Ökologischen Landbau gefeiert und die neuen Preisträger von 2010 geehrt. 5 ehemalige Preisträger durften Ihre Höfe präsentieren, darunter auch wir. Zuerst haben wir eine Stutenmilch(blind)verkostung angeboten und danach in einem Vortrag unseren Betrieb vorgestellt. Der Vortrag wurde im Hintergrund mit Bildern unseres Betriebes begleitet. Die Stutemilch wurde ausgegeben und Interessierte waren eingeladen unsere Milch zu probieren. Die Kommentare gingen von:” schmeckt wie Milch” bis “schmeckt sehr lecker”. Danach die Auflösung: “das war Stutenmilch”. Jetzt übergab die Moderatorin das Mikrofon an mich und ich begann mit der Vorstellung unseres Betriebes. Zwischen “Wie ist die Stutenmilch nach Deutschland gekommen” und “Was ist das besondere an Stutenmilch” wurde es plötzlich immer lauter im Saal. Meine Kinder haben mich auf der Bühne entdeckt und sich in den Kopf gesetzt mich lautstark bei meinem Vortag zu unterstützen. Die Moderatorin sagte nur: “Holen Sie die Beiden doch hoch zu sich”. Mit einem schreienden Kind auf dem Arm versuchte ich schließlich meinen Vortrag fortzusetzen. Da Vroni leider nicht aufhörte zu schreien, hat meine Mutter die Beiden wieder zu sich genommen. Ich konnte dann “in Ruhe” meinen Vortrag zu Ende führen. Das hat wieder einmal verdeutlicht, das wir ein Familienbetrieb sind. Durch die gute Atmosphäre der ganzen Veranstaltung hat diese kleine “Showeinlage” auch eher zur Belustigung beigetragen.

Wir sind auf der Grünen Woche in Berlin angekommen

Von Jette Zollmann, 21. Januar 2010 16:36

Nach 6 Stunden Fahrt sind wir gestern in Berlin angekommen. Heute morgen mußten wir erst einmal unseren Stand aufbauen. Wir sind in Halle 6 2a beim Stand des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz untergebracht. Wir sind zwei Tage auf der Grünen Woche und dürfen unseren Betrieb, im Rahmen der Demonstrationsbetriebe für ökologischen Landbau, vorstellen. Es werden Stutenmilch-Proben ausgegeben und wir müssen feststellen die “Berliner” können unsere Stutenmilch wirklich schätzen. Neben unserm Stand findet das Bio Kulinarium statt, bei dem verschiedene Bio-Produkte verköstigt werden. Natürlich auch Stutenmilch. Wir sind gespannt was der morgige Tag so bringt und laden jeden ein der  in und um Berlin wohnt bis morgen noch bei uns vorbeizukommen un mit uns über Stutenmilch und Kumys zu diskutieren.

20 Jahre bei uns

Von Jette Zollmann, 19. Januar 2010 19:10

Heute feiert Gerlinde Hasenöhrl 20 Jahre bei uns im Kurgestüt.  Morgens kommt Sie immer mit dem Fahrad zur Arbeit egal welches Wetter ist außer, wenn ganz viel Schnee liegt dann muss Sie auch mal zu Fuß kommen. Frisch gehalten wird Gerlinde durch tägliches gefrieren in unserm ‘Gefrierhaus wenn sie unsere Stutenmilchbeutel einlagert und dann zum Auftauen ab in der Gärraum bei 30 Grad den Kumys rühren. Wenn és im Hofladen klingelt springt sie so schnell sie kann, damit keiner warten muss und berät ausführlich über Stutenmilch.

Angefangen hat alles vor 20 Jahren. Gerlinde wollte was neues erleben und da hatten wir einen Arbeitsplatz bei uns in der Milchverarbeitung frei. Frau Wieland setzte Gerlinde gleich an die Abfüllmaschine: ” Setz dich mal noh und füll ab” und schon hatte Gerlinde einen neuen Arbeitsplatz. Gleich in der ersten Woche feierte Frau Wieland ihren 50.Geburstag und Gerlinde musste alleine in der Milchküche arbeiten. “Ich konnte in der Nacht nicht schlafen so aufgeregt war ich, aber Frau Wieland sagte: “dass packst du”. Es hat auch alles gut funktioniert. Mittlerweile ist Gerlinde unsere Gute Seele in der Milchverarbeitung und wir wünschen Ihr alles Gute und freuen uns auf eine weitere tolle Zusammenarbeit.

SWR1 auf dem Kurgestüt

Von Jette Zollmann, 18. Januar 2010 11:47

Hans Zollmann im Gespräch mit Herrn Kessel

Heute war SWR 1 auf unserem Hof. Herr Kessel vom Südwestrundfunk nahm verschiedene O-Töne auf.  Hofladen-Kunden wurde über Stutenmilch befragt. Gerlinde Hasenöhrl gab Auskunft über unsere Produkte. Herr Hofmann vom Feriendorf Waldbrunn erzählte über die Wander- und Freizeitangebote in Waldbrunn.

Wir warten auf einen schönen Beitrag in SWR1. Sobald wir den Erscheinungstermin wissen geben wir Bescheid.

Wie taue ich einen gefrorenen Beutel Stutenmilch auf?

Von Jette Zollmann, 17. Januar 2010 16:25

Equilac® Bio-Stutenmilch

Es gibt zwei Wege um einen tiefgefrorenen Beutel Stutenmilch aufzutauen:

Wenn es schnell gehen muss:

  1. Einen Behälter mit warmen Wasser füllen
  2. Gefrorenen Beutel in das Warmwasserbad legen
  3. Ab und zu den Beutel schütteln, dann lösen sich die Eisbrocken schneller auf
  4. Wenn der Inhalt vollkommen flüssig ist dann beide Ecken des Beutels schräg abschneiden
  5. Inhalt gleich aufbrauchen nicht wieder einfrieren

Wenn man Zeit hat:

  1. Geforenen Beutel in den Kühlschrank stellen z.B. über Nacht. Nach ca.10 Stunden ist der Beutel aufgetaut
  2. Den  aufgetauten Beutel gut schütteln.
  3. Dann beide Ecken schräg abschneiden.
  4. Stutenilch in ein verschließbares Gefäß umfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.
  5. Je nach Bedarf kann nun portionsweise die gewünschte Menge entnommen werden und zubereitet werden.
  6. Bereits erwärmte Milch nicht wieder erwärmen.

Stutenmilch – “Für was ist das denn?” oder “Nein, wenn man Stutenmilch trinkt fängt man nicht gleich an zu wiehern!”

Von Jette Zollmann, 17. Januar 2010 16:18

Stutenmilchprodukte vom Kurgestüt Hoher Odenwald

Wenn man mit Stutenmilch unterwegs ist, zum Beispiel auf Messen, wird man immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Fange ich an zu wiehern wenn ich Stutenmilch trinke?“. Wir können dann immer nur darauf antworten: „Wenn Sie von Kuhmilch anfangen zu muhen, dann kann es auch sein, dass Sie von Stutenmilch anfangen zu wiehern“.

In der Tat gibt Stutenmilch Kraft und erweckt müde Lebensgeister und wenn sie getrunken wird, wird man vielleicht eher „stark wie ein Pferd“, aber um die sprachlichen Konsequenzen muss man sich keine Sorgen machen.

Oft wird sich auch vorgestellt, dass Stutenmilch eine sehr schwere Milch ist, die auch einen starken Eigengeschmack hat. Diesem Mytos muss ich auch widersprechen.

Stutenmilch ist eine ganz leichte Milch. Sie hat nur 1% Fett und einen hohen Milchzuckeranteil von 6,5%. Daher schmeckt die Stutenmilch neutral, etwas wässrig und leicht süßlich. Stutenmilch ähnelt vom Geschmack einer Getreidemilch.

Was ist das besondere an Stutenmilch?

Stutenmilch zählt wie die menschliche Muttermilch zu den Albuminmilcharten („Molkenmilch“), die Milch von Kuh, Schaf und Ziege zählt dagegen zu den Caseinmilcharten („Käsemilch“). Die Ähnlichkeit zur menschlichen Milch ist ein wesentliches Merkmal der Stutenmilch.
Die Eiweiße der Stutenmilch werden gut vom  menschlichen Magen- Darmsystem aufgenommen.  Das Fett besteht überwiegend aus ungestättigten Fettsäuren wie Omega 3 Fettsäuren. Der Anteil von Vitamin C ist im Vergleich zu anderen Milcharten sehr hoch und kann mit dem Gehalt von frischen Obst verglichen werden. Wir stellen jedoch nicht einen Faktor heraus, der für die Wirkung der Stutenmilch verantwortlich ist, es ist die Ganzheit mit günstigem Wirkungseffekt auf den menschlichen Körper.

Die Stutenmilch ist ein natürliches Nahrungsmittel und liefert in Ihrer Gesamtheit viele wichtigen Vitalstoffe für unseren Körper und kann in allen Lebensphasen eine Bereicherung für unseren Ernährungsplan sein.

Am Anfang stand die Überzeugung

Von Jette Zollmann, 17. Januar 2010 15:44
Am Anfang stand die Überzeugung von meinem Großvater Dr. Rudolf Storch mit Stutenmilch ein hoch interessantes Naturprodukt zu haben, dass von großem Nutzen für die Menschen ist.
Auf die Idee kam er während er als Veterinär im Krieg in Russland stationiert war.

Stutenmilchpionier Dr. Rudolf Storch

Heute noch wird in Kasachstan eine Geschichte über ihn erzählt:
Er wurde von Russen gefangen genommen. Zu dieser Zeit starben sehr viele Gefangene an der Krankheit Tuberkulose. Auch er erkrankte im Gefängnis an Tuberkulose. Die Russen wollten aber ihre Statistik in ihren Gefangenenlagern  aufbessern und nicht so viele Todesfälle verbuchen, deshalb wurde eine große Anzahl an schwer erkrankten Gefangenen freigelassen. Unter Ihnen war auch mein Großvater Rudolf Storch. Dieser wurde schwer krank von einem Nomadenvolk aufgenommen und mit Kumys (vergorener Stutenmilch) gepflegt. Durch die heilende Wirkung des Kumys wurde er wieder vollkommen Gesund. Nach seiner Genesung kehrte er freiwillig ins Gefangenenlager zurück. Während der Zeit in Gefangenschaft machte er sich weiter schlau über das Produkt Stutenmilch, dem er sein Leben zu verdanken hatte. 

Nach seiner Rückkehr nahm er sich vor, Stutenmilch und Kumys in Deutschland einzuführen. Durch die russischen Sprachkenntnisse und das Fachwissen, dass er sich aneignete, konnte er wichtiges Informationsmaterial sammeln und übersetzten.
Aus seiner Überzeugung heraus gründete er 1959 die erste Stutenmilchfarm in Deutschland. Mein Großvater war von dieser Idee nicht mehr abzubringen. Er kaufte drei Haflingerstuten und begann mit der Stutenmilchproduktion. Aus diesen Stammstuten ist unsere Gesamte Herde von Mittlerweile 200 Melkstuten aufgebaut. 

Es war zunächst nicht einfach da keiner in Deutschland mit Stutenmilch etwas anfangen konnte. Es war auch gerade die Zeit der Lebensmittelindustrie und es wurden nicht viel Augenmerk auf ein Naturprodukt gelegt. Das hat sich heute stark geändert.
Er konnte aber einen Arzt aus Ettenheim Dr.Swoboda von seiner Idee überzeugen. Und zusammen setzten sie Stutenmilch bei Patienten ein. 

Mit viel zeitlichem Engagement hat er sein Lebenswerk kontinuierlich aufgebaut. 

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