Nachrichten getagged: Kumys

Besuch von einer Journalistin aus Kasachstan

Von Jette Zollmann, 12. April 2010 09:45

Mein Name ist Olga Kornejewa, und ich komme aus diesem Land, woraus auch das Getränk Kumys kommt – aus Kasachstan. Ich kann nicht sagen, dass ich zu hause jeden Tag Kumys trinke, aber ab und zu, besonders wenn man aufs Land fährt, trinke ich schon dieses kasachische traditionelle Getränk aus der Stutenmilch. Es wird in Kasachstan besonders gut beim heissen sommerlichen Wetter getrunken. So frisch, so beruhigend…
Über einen Bauer, der in Deutschland Kumys produziert, habe ich schon in Kasachstan gehört. Es scheint mir so, dass ich ein mal im kasachischen Fernsehen einen Bericht darüber gesehen habe. Und jetzt, als ich für ein Praktikum beim Radio “Deutsche Welle” nach Deutschland gekommen bin, hat man entschieden, dass ich das Kurgestüt in Waldbrunn unbedingt besuchen soll – um selbst deutschen Kumys zu probieren, den Produzent kennen zu lernen und darüber zu berichten. 
Das war ein glücklicher Tag – ab Morgens früh, als ich meinen Zug in Richtung Heidelberg genommen habe, und bis Nachmittags, bis hin zur Rückfahrt mit einem der seltener Busse in Waldbrunn (Ortsteil Muelben). Alles hat ganz gut geklappt. Mein erstes Glück war, dass ich nach dem fast 4-Stündigen Weg von Bonn bis Mülben es ganz rechtzeitig geschafft habe, bei der traditionellen Führung am Donnerstag um 11 Uhr dabei zu sein. Es gab da ziemlich viele Leute und auch mit Kindern – ich habe mich darüber sehr gefreut, weil für die Fotos für meine Reportage das bestimmt gut war. Das Publikum hat zuerst die Stutenmilch und den Kumys probiert, und einen kleinen Vortrag darüber von Jette Zollmann gehört. Und dann sind wir alle in einen Raum gegangen, wo gemolken wird. Es war spannend! Wie haben den ganzen Prozess sehr nah miterlebt. Hier hat uns Jette Zollmann noch viel Interessantes erzählt – zum Beislpiel, dass die Stuten sehr empfindlich sind, und wenn es beim Melken etwas ihnen nicht gefällt, dann kommt einfach keine Milch mehr, dann muss man noch bis zum nächsten Melken warten… Sie sind keine Maschinen für die Milchproduktion, sie sind lebendige Wesen. Das darf man nicht vergessen.
Danach haben wir noch die hübschen Fohlen gesehen. Für einige der Führungsteilnehmer war es wahrscheinlich das erste mal, dass sie so nah bei sich die Pferde gesehen haben. Nicht nur die Kinder, aber auch Erwachsene waren von dieser Unterhaltung mit der Natur offensichtlich begeistert. Wenn man danach wieder eine Probe von der Stutenmilch und dem Kumys gemacht hat, dann hat man bestimmt schon ein bisschen anderes Gefühl dafür bekommen.
Übrigens, was den Geschmak des deutschen Kumyses angeht. Ich sollte sagen, der hat mir sehr gut gefallen. Es scheint mir sehr ähnlich dem kasachischen Kumys zu sein, wahrscheinlich ein bisschen mehr raffiniert, sauberer, ohne diesem bitteren Beigeschmack von unseren kasachischen Steppenkräutern… So ungefähr.
In einem Interview hat mir Hans Zollmann gesagt, dass er das Produkt Stutenmilch wie ein “sehr wertvolle Frucht” schätzt, und wenn man diese Frucht bekommt, muss man auch “den Baum”, die Stuten also, schonen und achten. Deswegen hat man alles so rein ökologisch und vernünftig beim Kurgestüt organisiert, dass die Tiere sich wohl fühlen und gar nicht im schlechtem Sinne ausgenuzt werden. Ein entsprechendes weises Verhältnis zu Tiere fehlt uns zur Zeit in Kasachstan sehr, meiner Meinung nach. Und ich freue mich sehr, dass die Kontakte zwischen der Kurgestüt von Herrn Zollman und den kasachischen Kumysproduzenten sich erweitern werden. Dann kann man von einander viel lernen, und nicht nur die Technologien austauschen, aber auch die Philosophie der ökologischen Landwirschaft übernehmen. Hoffentlich.
Ich wünsche der netten Familie Zollmann viel Erfolg bei ihrer Arbeit. Und, wer weiss, wahrscheinlich sehen wir uns nächstes mal schon in Kasachstan?     

Stutenmilchverkostung in Dieburg und Groß-Umstadt

Von Jette Zollmann, 6. Februar 2010 17:51

 

Die letzten zwei Tage waren wir in Dieburg und Groß- Umstadt in den Biomärkten Grünmeier. Freundlich wurden wir empfangen und durften unseren Tisch und unseren Aufsteller in den schönen  Biomärkten platzieren. Jeder der Lust und Laune hatte konnte Stutenmilch probieren und sich über Stutenmilch schlau machen. Immer wieder positiv überrascht waren die Kunden von dem guten Geschmack unserer Bio-Stutenmilch. Stutenmilch ist immer noch sehr unbekannt und für uns ist es immer ein Erfolg wenn wir die Kunden von Stutenmilch überzeugen können.
Wir  freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit den Biomärkten von Frau Grünmeier. Unsere Stutenmilch ist hier tiefgefroren in 250 ml Beuteln erhältlich.
Weitere Informationen über die Biomärkte Grünmeier erhalten Sie unter www.gruenmeier-biomarkt.de.

Nährt, stärkt und aktiviert

Von Jette Zollmann, 1. Februar 2010 21:52

Kumys auch Airag genannt ist eines der ältesten und berühmtesten Sauermilchgetränke der Welt und gehört neben Kefir zu den „Getränken der Hundertjährigen“. Schon Dschingis Khan hat Kumys getrunken.

Wir stellen unseren Kumys seit 1975 her und pflegen seit dem unsere speziellen Kumyskulturen. Das besondere an Kumys ist, dass die reine Stutenmilch mit Milchsäure und Hefebakterien versetzt wird und somit eine Doppelfermentierung stattfindet. Die wertvollen Inhaltsstoffe der Stutenmilch werden so aufgeschlüsselt und stehen noch leichter dem Körper zur Verfügung. Der Milchzucker (Laktose) der Stutenmilch wird von den Milchsäure- und Hefebakterien weitestgehend umgewandelt.

Wenn mich jemand fragt wie Kumys schmeckt ist es schwer zu beschreiben. Er schmeckt sauer, aber nicht milchsauer eher wie Zitrone und dann auch wieder etwas nach Hefe. Ich muss zugeben der Geschmack ist  besonders, aber auch sehr erfrischend und man darf sich vom ersten Schluck nicht beirren lassen. Kumys ist ein echtes Naturprodukt und nicht künstlich mit Zucker versüßt wie manch andere Produkte, die im Moment auf dem Markt sind. Für uns ist es wichtig unsere Produkte so natürlich wie möglich zu lassen und nicht künstlich „aufzupeppen“. Wem der reine Kumys zu sauer ist kann ihn sehr gut mit Fruchtsaft zum Beispiel Apfel oder Traubensaft kombinieren.

Kumys wird bei uns in einem speziellen Gärraum bei ca. 30.Grad hergestellt. Jeden Morgen wenn der Kumys fertig ist, wird bei uns eine Kanne gefüllt und jeder im Betrieb kann ein Glas trinken. Da ist der Kumys oft noch lauwarm. Zum einen ist das wichtig um die Qualität des Kumys jeden Tag zu kontrollieren und zum anderen sind dann alle fit für den Arbeitstag.
Wir kühlen unseren Kumys auf Kühlschranktemperatur. Dadurch wird der Gärprozess abgebrochen und der Kumys ist nicht ganz so stark. In Ländern wir der Mongolei und Kasachstan wird der Kumys teilweise auch länger vergoren, wodurch der Geschmack noch intensiver wird und auch der Alkoholgehalt steigt.

Kumys ist nicht gleich Kumys. Jeder der Kumys produziert hat seine Geheimnisse und Besonderheiten bei der Herstellung. Wenn man in der Mongolei oder in Kasachstan Kumys trinkt, dann schmeckt er oft von Dorf zu Dorf unterschiedlich. Kasachen und Mongolen die bei uns Kumys holen, schätzen die gleichbleibend hohe Qualtität unseres Kumys.

Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und Sie sich mal was richtig Gutes tun wollen, dann probieren Sie unseren Kumys. Wir haben Kumys in 200 ml Flaschen oder als Pulver unseren Kumysdrink mit Dinkel oder Reisflocken. Alle unsere Produkte können Sie in unserem Online-Shop bestellen.

Stutenmilch – “Für was ist das denn?” oder “Nein, wenn man Stutenmilch trinkt fängt man nicht gleich an zu wiehern!”

Von Jette Zollmann, 17. Januar 2010 16:18

Stutenmilchprodukte vom Kurgestüt Hoher Odenwald

Wenn man mit Stutenmilch unterwegs ist, zum Beispiel auf Messen, wird man immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Fange ich an zu wiehern wenn ich Stutenmilch trinke?“. Wir können dann immer nur darauf antworten: „Wenn Sie von Kuhmilch anfangen zu muhen, dann kann es auch sein, dass Sie von Stutenmilch anfangen zu wiehern“.

In der Tat gibt Stutenmilch Kraft und erweckt müde Lebensgeister und wenn sie getrunken wird, wird man vielleicht eher „stark wie ein Pferd“, aber um die sprachlichen Konsequenzen muss man sich keine Sorgen machen.

Oft wird sich auch vorgestellt, dass Stutenmilch eine sehr schwere Milch ist, die auch einen starken Eigengeschmack hat. Diesem Mytos muss ich auch widersprechen.

Stutenmilch ist eine ganz leichte Milch. Sie hat nur 1% Fett und einen hohen Milchzuckeranteil von 6,5%. Daher schmeckt die Stutenmilch neutral, etwas wässrig und leicht süßlich. Stutenmilch ähnelt vom Geschmack einer Getreidemilch.

Was ist das besondere an Stutenmilch?

Stutenmilch zählt wie die menschliche Muttermilch zu den Albuminmilcharten („Molkenmilch“), die Milch von Kuh, Schaf und Ziege zählt dagegen zu den Caseinmilcharten („Käsemilch“). Die Ähnlichkeit zur menschlichen Milch ist ein wesentliches Merkmal der Stutenmilch.
Die Eiweiße der Stutenmilch werden gut vom  menschlichen Magen- Darmsystem aufgenommen.  Das Fett besteht überwiegend aus ungestättigten Fettsäuren wie Omega 3 Fettsäuren. Der Anteil von Vitamin C ist im Vergleich zu anderen Milcharten sehr hoch und kann mit dem Gehalt von frischen Obst verglichen werden. Wir stellen jedoch nicht einen Faktor heraus, der für die Wirkung der Stutenmilch verantwortlich ist, es ist die Ganzheit mit günstigem Wirkungseffekt auf den menschlichen Körper.

Die Stutenmilch ist ein natürliches Nahrungsmittel und liefert in Ihrer Gesamtheit viele wichtigen Vitalstoffe für unseren Körper und kann in allen Lebensphasen eine Bereicherung für unseren Ernährungsplan sein.

Am Anfang stand die Überzeugung

Von Jette Zollmann, 17. Januar 2010 15:44
Am Anfang stand die Überzeugung von meinem Großvater Dr. Rudolf Storch mit Stutenmilch ein hoch interessantes Naturprodukt zu haben, dass von großem Nutzen für die Menschen ist.
Auf die Idee kam er während er als Veterinär im Krieg in Russland stationiert war.

Stutenmilchpionier Dr. Rudolf Storch

Heute noch wird in Kasachstan eine Geschichte über ihn erzählt:
Er wurde von Russen gefangen genommen. Zu dieser Zeit starben sehr viele Gefangene an der Krankheit Tuberkulose. Auch er erkrankte im Gefängnis an Tuberkulose. Die Russen wollten aber ihre Statistik in ihren Gefangenenlagern  aufbessern und nicht so viele Todesfälle verbuchen, deshalb wurde eine große Anzahl an schwer erkrankten Gefangenen freigelassen. Unter Ihnen war auch mein Großvater Rudolf Storch. Dieser wurde schwer krank von einem Nomadenvolk aufgenommen und mit Kumys (vergorener Stutenmilch) gepflegt. Durch die heilende Wirkung des Kumys wurde er wieder vollkommen Gesund. Nach seiner Genesung kehrte er freiwillig ins Gefangenenlager zurück. Während der Zeit in Gefangenschaft machte er sich weiter schlau über das Produkt Stutenmilch, dem er sein Leben zu verdanken hatte. 

Nach seiner Rückkehr nahm er sich vor, Stutenmilch und Kumys in Deutschland einzuführen. Durch die russischen Sprachkenntnisse und das Fachwissen, dass er sich aneignete, konnte er wichtiges Informationsmaterial sammeln und übersetzten.
Aus seiner Überzeugung heraus gründete er 1959 die erste Stutenmilchfarm in Deutschland. Mein Großvater war von dieser Idee nicht mehr abzubringen. Er kaufte drei Haflingerstuten und begann mit der Stutenmilchproduktion. Aus diesen Stammstuten ist unsere Gesamte Herde von Mittlerweile 200 Melkstuten aufgebaut. 

Es war zunächst nicht einfach da keiner in Deutschland mit Stutenmilch etwas anfangen konnte. Es war auch gerade die Zeit der Lebensmittelindustrie und es wurden nicht viel Augenmerk auf ein Naturprodukt gelegt. Das hat sich heute stark geändert.
Er konnte aber einen Arzt aus Ettenheim Dr.Swoboda von seiner Idee überzeugen. Und zusammen setzten sie Stutenmilch bei Patienten ein. 

Mit viel zeitlichem Engagement hat er sein Lebenswerk kontinuierlich aufgebaut. 

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