
Stutenmilchprodukte vom Kurgestüt Hoher Odenwald
Wenn man mit Stutenmilch unterwegs ist, zum Beispiel auf Messen, wird man immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Fange ich an zu wiehern wenn ich Stutenmilch trinke?“. Wir können dann immer nur darauf antworten: „Wenn Sie von Kuhmilch anfangen zu muhen, dann kann es auch sein, dass Sie von Stutenmilch anfangen zu wiehern“.
In der Tat gibt Stutenmilch Kraft und erweckt müde Lebensgeister und wenn sie getrunken wird, wird man vielleicht eher „stark wie ein Pferd“, aber um die sprachlichen Konsequenzen muss man sich keine Sorgen machen.
Oft wird sich auch vorgestellt, dass Stutenmilch eine sehr schwere Milch ist, die auch einen starken Eigengeschmack hat. Diesem Mytos muss ich auch widersprechen.
Stutenmilch ist eine ganz leichte Milch. Sie hat nur 1% Fett und einen hohen Milchzuckeranteil von 6,5%. Daher schmeckt die Stutenmilch neutral, etwas wässrig und leicht süßlich. Stutenmilch ähnelt vom Geschmack einer Getreidemilch.
Was ist das besondere an Stutenmilch?
Stutenmilch zählt wie die menschliche Muttermilch zu den Albuminmilcharten („Molkenmilch“), die Milch von Kuh, Schaf und Ziege zählt dagegen zu den Caseinmilcharten („Käsemilch“). Die Ähnlichkeit zur menschlichen Milch ist ein wesentliches Merkmal der Stutenmilch.
Die Eiweiße der Stutenmilch werden gut vom menschlichen Magen- Darmsystem aufgenommen. Das Fett besteht überwiegend aus ungestättigten Fettsäuren wie Omega 3 Fettsäuren. Der Anteil von Vitamin C ist im Vergleich zu anderen Milcharten sehr hoch und kann mit dem Gehalt von frischen Obst verglichen werden. Wir stellen jedoch nicht einen Faktor heraus, der für die Wirkung der Stutenmilch verantwortlich ist, es ist die Ganzheit mit günstigem Wirkungseffekt auf den menschlichen Körper.
Die Stutenmilch ist ein natürliches Nahrungsmittel und liefert in Ihrer Gesamtheit viele wichtigen Vitalstoffe für unseren Körper und kann in allen Lebensphasen eine Bereicherung für unseren Ernährungsplan sein.
Am Anfang stand die Überzeugung von meinem Großvater Dr. Rudolf Storch mit Stutenmilch ein hoch interessantes Naturprodukt zu haben, dass von großem Nutzen für die Menschen ist.
Auf die Idee kam er während er als Veterinär im Krieg in Russland stationiert war.

Stutenmilchpionier Dr. Rudolf Storch
Heute noch wird in Kasachstan eine Geschichte über ihn erzählt:
Er wurde von Russen gefangen genommen. Zu dieser Zeit starben sehr viele Gefangene an der Krankheit Tuberkulose. Auch er erkrankte im Gefängnis an Tuberkulose. Die Russen wollten aber ihre Statistik in ihren Gefangenenlagern aufbessern und nicht so viele Todesfälle verbuchen, deshalb wurde eine große Anzahl an schwer erkrankten Gefangenen freigelassen. Unter Ihnen war auch mein Großvater Rudolf Storch. Dieser wurde schwer krank von einem Nomadenvolk aufgenommen und mit Kumys (vergorener Stutenmilch) gepflegt. Durch die heilende Wirkung des Kumys wurde er wieder vollkommen Gesund. Nach seiner Genesung kehrte er freiwillig ins Gefangenenlager zurück. Während der Zeit in Gefangenschaft machte er sich weiter schlau über das Produkt Stutenmilch, dem er sein Leben zu verdanken hatte.
Nach seiner Rückkehr nahm er sich vor, Stutenmilch und Kumys in Deutschland einzuführen. Durch die russischen Sprachkenntnisse und das Fachwissen, dass er sich aneignete, konnte er wichtiges Informationsmaterial sammeln und übersetzten.
Aus seiner Überzeugung heraus gründete er 1959 die erste Stutenmilchfarm in Deutschland. Mein Großvater war von dieser Idee nicht mehr abzubringen. Er kaufte drei Haflingerstuten und begann mit der Stutenmilchproduktion. Aus diesen Stammstuten ist unsere Gesamte Herde von Mittlerweile 200 Melkstuten aufgebaut.
Es war zunächst nicht einfach da keiner in Deutschland mit Stutenmilch etwas anfangen konnte. Es war auch gerade die Zeit der Lebensmittelindustrie und es wurden nicht viel Augenmerk auf ein Naturprodukt gelegt. Das hat sich heute stark geändert.
Er konnte aber einen Arzt aus Ettenheim Dr.Swoboda von seiner Idee überzeugen. Und zusammen setzten sie Stutenmilch bei Patienten ein.
Mit viel zeitlichem Engagement hat er sein Lebenswerk kontinuierlich aufgebaut.